
Unweit des Hauptbahnhofs gelegen, findet sich das Wolfsburger Handwerkerviertel. Es ist ein überregional bedeutender Standort für Lehre und Bildung und ein wichtiger innerstädtischer Wohnstandort mit städtebaulichen Missständen. Ziel der Sanierung ist es, das Gebiet zukunftsfähig zu gestalten und die vorhandenen Potentiale zu nutzen. Die städtebauliche Erneuerung, die Aufwertung des öffentlichen Raums, die Optimierung der Verkehrsräume sowie die Verbesserung des Images des Quartiers stehen im Vordergrund. So soll die Identifikation der hier lebenden Menschen mit ihrer Umgebung nachhaltig zu gestärkt werden.
Das prägende Element des Handwerkerviertels sind die zweigeschossigen Handwerkerhäuser, die dem Quartier seinen Namen geben. Diese sollen als Ort zum Wohnen und Arbeiten zeitgemäß weiterentwickelt und modernisiert werden, um das Quartier auch neuen Zielgruppen zu öffnen. Bestehende gewerbliche Strukturen gilt es zu sichern, neue Gewerbestrukturen aufzubauen und Nachnutzungskonzepte für leerstehende Bestände zu fördern.
Seit Januar 2014 unterstützt das Sanierungsmanagement der STERN die Stadt Wolfsburg bei der Sanierung des Handwerkerviertels. Wir arbeiten dabei eng mit den lokalen Akteur*innen in der Stadtverwaltung sowie den Eigentümer*innen, Gewerbetreibenden und Anwohner*innen zusammen, was sich unter anderem in der guten Zusammenarbeit mit dem Sanierungsbeirat zeigt.
Für das Quartier wurde vor Ort ein Sanierungsbüro eingerichtet. Hier laufen alle Fäden der Beratung zu Entwicklung, Umnutzung oder Sanierung von Immobilien im Gebiet und zur Beteiligung im Rahmen der integrierten Gebietsentwicklung oder bei konkreten öffentlichen Bauvorhaben zusammen. Im Sanierungsbüro werden wöchentliche Sprechzeiten für Eigentümer*innen, Anwohnende oder weitere Interessierte angeboten.
Die Aufgabenschwerpunkte des Sanierungsmanagements im Handwerkerviertel umfassen die Begleitung von Baumaßnahmen, die Beratung von Eigenter*innen sowie die Unterstützung der Stadt Wolfsburg bei der Vorbereitung weiterer Erneuerungsmaßnahmen im Rahmen des Förderprogramms “Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ (bis 2019 „Stadtumbau West“). Zugleich stellen wir die Geschäftsstelle für den Sanierungsbeirat, der bis zu viermal im Jahr tagt.
Ein weiteres Sanierungsgebiet in Wolfsburg heißt „Die Höfe“. Die historischen Wohnhöfe wurden ab 1938 errichtet und liegen in der westlichen Innenstadt. Hier wurde 2011 ein umfangreicher freiräumlicher und städtebaulicher Handlungsbedarf festgestellt. Die vorhandenen Grün- und Gebäudestrukturen sollen denkmalgerecht an die heutigen Anforderungen der Lebens- und Wohnbedürfnisse angepasst werden. 2015 wurde das Gebiet in das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ (seit 2019 „Lebendige Zentren“) aufgenommen und 2016 als Sanierungsgebiet förmlich festgelegt.
Bei der geplanten Umgestaltung der Straßen sowie des öffentlichen und halböffentlichen Raumes sollen vor allem die Belange einer zukunftsfähigen Mobilität und die Anforderungen an eine nachhaltige, umweltfreundliche Gestaltung Berücksichtigung finden. Mit dem Ausbau der Ost-West-Durchwegung wurde bereits in einem großen Abschnitt vor allem für Fußgänger*innen und Radfahrende eine bessere Vernetzung mit den angrenzenden Stadtquartieren geschaffen und Barrierefreiheit hergestellt. Die ehemalige Goetheschule ist heute mit Kita, Musikschule und dem Institut für Zeitgeschichte der Stadt Wolfsburg ein wichtiger Infrastrukturstandort. Seit 2019 wurden drei Wohnzeilen der für die Höfe typischen Wohngebäude in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt und der Eigentümerin NEULAND, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, unter Berücksichtigung energetischer Verbesserungen instandgesetzt. Diese Arbeiten werden in den kommenden Jahren fortgesetzt und intensiviert. Hierbei kommen auch umfangreiche private Mittel zum Einsatz.
Zugleich werden ab 2024 die Freiflächen zwischen den Wohnzeilen qualifiziert. Für die Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen auf den Freiflächen bzw. an den Gebäuden wurden kommunale Förderrichtlinien erarbeitet. STERN begleitet den Sanierungsprozess gemeinsam mit zwei Quartiersarchitekten, die insbesondere die Eigentümerin NEULAND beraten. Darüber hinaus initiieren wir Beteiligungsmaßnahmen und bilden – wie im Handwerkerviertel – die Geschäftsstelle für den Sanierungsbeirat „Die Höfe“.